Mediation

 

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Was ist Mediation?
               
Mediation, die; [lat.]; Vermittlung zwischen Streitenden - hinter dieser Erklärung des Duden verbirgt sich ein in den USA entwickeltes Verfahren, das dort bereits seit über 30 Jahren auch als Alternative zu Gerichtsverfahren eingesetzt wird. In Österreich wird die Mediation seit Anfang der 90er Jahre immer bekannter und wird immer häufiger eingesetzt und ist im Zivilrechts-Mediatons-Gesetz seit dem Jahr 2003 auch gesetzlich geregelt.
 
In diesem Verfahren zur Konfliktlösung hat der Mediator nicht die Rolle eines Schiedsrichters. Der Mediator ist neutral und allparteilich und hilft den Parteien, Lösungen zu erarbeiten, die für alle Beteiligten tragfähig sind. Es geht nicht um die Vergangenheit, also um die Frage, wer Recht hat oder nicht, sondern um die Gestaltung der Zukunft.
 
Die Mediation findet in verschiedenen Bereichen Anwendung, beispielsweise in Scheidungsverfahren oder bei Konflikten am Arbeitsplatz und in Organisationen.
 
Wie läuft die Mediation ab?
  1. Eine Mediation kennt mehrere Phasen
  2. Einleitung
  3. Konfliktdarstellung
  4. Konflikterhellung
  5. Problemlösung
  6. Bilanzphase
Die Einleitung dient der Erklärung des Verfahrens und der Beantwortung even¬tueller Fragen.
Im Rahmen der Konfliktdarstellung haben beide Parteien die Möglichkeit, das Problem aus eigener Sicht darzustellen.
In der Phase der Konflikterhellung wird versucht, alle Einzelheiten und eventu¬ell (noch) verborgene Interessen zu den Klärungsthemen herauszuarbeiten.
Im Rahmen der Problemlösung erarbeiten die beteiligten Parteien möglichst viele Lösungsvorschläge, um anschließend die auszuwählen, denen sich alle anschließen können.
Im Anschluss an die Mediation (mit zeitlichem Abstand) findet ein Bilanzge¬spräch statt, in dem geprüft wird, ob die gefundene(n) Lösung(en) tragfähig sind oder überarbeitet werden müssen.
 
 
Gibt es Regeln?
               
Ja, insbesondere die Freiwilligkeit ist hervorzuheben. Alle Beteiligten nehmen freiwillig an der Mediation teil. Dass dennoch eine hohe Ernsthaftigkeit vorausgesetzt wird, versteht sich von selbst. Außerdem gibt es Gesprächsregeln, die zu Beginn des Mediationsverfahrens vereinbart werden.
 
Üblicherweise sind es diese:
  • Ausreden lassen und Zuhören
  • Jede(r) spricht von und für sich selbst
  • Keine Übergriffe (Beleidigungen etc.)
  • Vertraulichkeit
Die Vertraulichkeit gilt selbstverständlich auch für den Mediator. Die anderen Regeln gelten in dieser Form allerdings nur für die Parteien der Mediation. Der Mediator wird (und muss) die Gespräche unterbrechen, er wird nachfragen und wiederholen, um sicher zu gehen, dass alles richtig verstanden wird.
 
Störungen haben Vorrang!
              
Damit ist nicht das Telefon gemeint. Aber andere Unterbrechungen beispielsweise weil jemand unbedingt eine kleine (Gedanken-)Pause benötigt, diese Unterbrechungen und Störungen haben Vorrang.